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Die Angst linker Frauen vor den Feministinnen (fb)

Im Mai vergangenen Jahres habe ich unter dem Titel »Die Angst vor den Feministinnen« eine Analyse darüber angestellt, wie unbewusste Ängste linke Männer Feministinnen unterschwellig hassen und bekämpfen lassen. Ausschließlich Männer für die Beibehaltung des patriarchalen Zustands verantwortlich zu machen, scheint sich jedoch nicht mit unseren Lebenserfahrungen zu decken. Eine Analyse der Rolle von Frauen im Patriarchat muss daher einen grundlegenden Widerspruch begreiflich machen: wie können Frauen an ihrer eigenen Unterdrückung partizipieren?

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Jeja nervt: Stellt ihr euch so Männer im 23. Jahrhundert vor? (nd)

Am Dienstag attestierte nd-Kollegin Norma Schneider der Star-Trek-Serie »Discovery«, unter allzu viel Coolness den Sinn für das Uneindeutige, für philosophische Fragen und Emanzipationserzählungen verloren zu haben. Dabei unterschätzt sie die befreiende Wirkung, die die oft intime Darstellung homosexueller und transgeschlechtlicher Charaktere auf ihrem Treck durchs All hat. Doch der Geschichte des Ex-Partners von Hauptfigur Michael Burnham (Sonequa Martin-Green), Ash Tyler (Shazad Latif), sollten wir uns noch einmal zuwenden. Hier hat »Discovery« in den ersten Staffeln mehr geschlechterpolitisches Porzellan zerstört, als sich durch tolle Trans-Teenager in Staffel 3 wieder gutmachen ließe. Große Triggerwarnung!

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Toxische Männlichkeit – von Kritik und Selbstbestätigung (Filmlöwin)

„Toxische Männlichkeit“ ist ein Schlagwort, das in den letzten Jahren insbesondere über journalistische Texte Verbreitung gefunden hat. Von dort aus hat sich die Vorstellung einer giftigen Männlichkeit nicht nur in explizit feministischen Kreisen verankert. Doch was damit gemeint ist, hat sich in seiner kurzen Laufbahn bereits massiv verschoben. Anfangs nur lose an Begrifflichkeiten aus der soziologischen Geschlechterforschung angelehnt, wird mit „toxischer Männlichkeit“ heute zumeist etwas besprochen, das wissenschaftlich überhaupt nicht diskutiert wird.

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Die Angst vor den Feministinnen (Teil 1)

Linke Männer haben Angst vor Feministinnen – und wir müssen darüber reden. Auch diejenigen Männer, die es eigentlich ernst meinen mit Geschlechtergerechtigkeit, blockieren dadurch wichtige Veränderungen. Denn wer seine Ängste nicht anerkennt, nicht ausspricht und bearbeitet, wird sie dadurch nicht los. Vielmehr handelt er umso heftiger im Bann der Angst und bekämpft, was ihn fürchten lässt , ob er will oder nicht. Das sind in diesem Falle Frauen und eben jene Feministinnen, mit denen linke Männer eigentlich auf der gleichen Seite der Barrikade stehen, im selben Bett schlafen wollen.

Einen linken Mann, der Angst vor Feministinnen hat, erkennt man oft bereits daran, dass er einzelne von ihnen demonstrativ abfeiert: dafür, dass sie „not like the other girls“ sind, seiner Meinung nach nicht weich und verletzlich, eben richtig „auf die Fresse“ und immer gerade heraus. Im Gegensatz zu anderen Frauen, scheinen sie zu denken, verhalten diese Frauen sich endlich mal wie richtige Menschen. Es sind dann mitunter die selben Männer, die beinahe demonstrativ unterwürfig reagieren, wenn eine solche Feministin Kritik an ihnen äußert, statt an anderen Männern oder „dem Patriarchat“. Ein offenes Gespräch, einen konstruktiven Umgang mit der Verhaltensweise oder mit dahinter stehenden Gefühlen jedoch wird sie in dem Fall nicht erreichen. Demonstrative Unterwürfigkeit steigert sich, und das mag kontraintuitiv sein, in passiven Widerstand, unterschwellige Aggression und indirekten Boykott. Es ist die Angst vor der moralischen Macht von feministischen Frauen, die diese Männer so handeln lässt.

Die Alltagsbeobachtung, wonach gerade die Bewunderung der Bad-Ass-Feminists leicht kippen kann und die ich persönlich nur zu gut kenne, klingt erst ein mal paradox. Doch wenn man die Psychologie hinter derlei Umkehrungen nachvollzieht, hat man auch viel verstanden, was zwischen Frauen und Männern im Patriarchat insgesamt falsch läuft. Die banale Über- und Unterordnung der Geschlechter wird nämlich alltäglich mit komplizierten psychischen Abwehrmanövern und widersprüchlichen Gefühlen auf allen Seiten abgesichert.

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Überleben im Erste-Hilfe-Kurs: Mein Tag voller Männerwitze (supernova)

Eigentlich dachte ich, ich hätte es hinter mir gehabt. Doch durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, konnte ich vor drei Jahren meinen Führer*innenschein nicht zu Ende machen. Jetzt, da ich noch mal ran musste, kam ich auch wieder in den Genuss eines Erste-Hilfe-Kurses des örtlichen Roten Kreuzes. Schreckensszenarien bauten sich vor meinem inneren Auge auf. Würde es wieder so schlimm werden? Mit dutzenden Jungmännern in einem Raum, von der Kursleitung mit dummen Anspielungen und Witzeleien über sexuelle Übergriffe aufgeputscht? Es kam, wie es kommen musste.

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Warum der Pocher-Diss der Antilopen nicht feministisch ist (Supernova)

Die Antilopen Gang hat einen Disstrack gegen den TV-Clown Oliver Pocher herausgebracht. Der hatte zuvor vor Publikum eine Influencerin gegen ihren Willen als ehemalige Prostituierte, eine andere als Pornodarstellerin geoutet. „Nicht cool“, fanden die Antilopen ganz zu recht – und setzten Pocher mit Rückgriff auf den guten alten Harald Schmidt einen „besseren“ Männlichkeitsentwurf entgegen. So führen sie das ewige Selbstgespräch von Männern darüber fort, wie man sich „richtig“ gegenüber Frauen verstellen muss, um von ihnen Aufmerksamkeit und Sex zu bekommen.