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Das „Gender Critical“-Manifest der Lily Cade

LONGREAD | Lily Cade sollte für die britische BBC die Vergewaltigungsneigung von trans Frauen gegen Cis-Lesben bezeugen, wurde dann jedoch als Serienvergewaltigerin anderer (Cis-)Frauen enttarnt. In Reaktion schrieb sie ein Transhasserinnen-Manifest, in dem sie unter anderem zur Ermordung aller trans Frauen aufrief und ihr wirres Weltbild kund tat. Was steht in dem Text?

Einleitung: Worum geht es?

Die lesbische, transfeindliche, ehemalige Pornodarstellerin Lily Cade ist in einem transfeindlichen BBC-Artikel als Stimme aufgetreten. Dort sollte sie neben anderen, anonymisierten Stimmen das angebliche Phänomen bezeugen, wonach Cis-Lesben zunehmend von transgeschlechtlichen Frauen zum Geschlechtsverkehr gedrängt – sprich: vergewaltigt – würden. Für queer.de habe ich gestern darüber geschrieben.

Im Zuge der massiven Kritik an dem unhaltbaren Artikel aus der „Gender Critical“-Bewegung entdeckte die US-amerikanische Philosophin und Aktivistin Christa Peterson Vergewaltigungsvorwürfe, die 2017 gegen Cade erhoben worden waren. Cade hatte diese Vorwürfe nicht abgestritten, die ihr vorgeworfenen Vergewaltigungen aber als Angriffe („assault“) verharmlost. Darüber hinaus hat sie sich in Bezug auf ihre begangenen Vergewaltigungen, von denen sie in einem vorliegenden Entschuldigungsschreiben gesagt hat, dass sie nicht wisse, wie viele es waren, selber auch als Opfer inszeniert. Sie sei in ihrer aggressiven Porno-Rolle gefangen gewesen, um den Interessen der Industrie zu genügen. Auch im Manifest spricht sie ambivalent über die Frage, ob sie Frauen vergewaltigt hat. Vielleicht denkt sie, dass man das, was sie getan hat, anders nennen müsse. Die Sprache der Betroffenen jedoch ist eindeutig.

Kurz nach der Wiederveröffentlichung der alten Vorwürfe aus der beginnenden #metoo-Bewegung aus dem Herbst 2017 erschienen auf Lily Cades persönlicher Website, auf der sie sich auch nach Bekanntwerden ihrer Vergewaltigungen als „100 Prozent lesbische“ Pornodarstellerin vermarktete, fünf Blogeinträge. Diese Einträge sind vielfach mit den Manifesten rechtsterroristischer Täter verglichen worden. Sie enthüllen ein aggressiv transhassendes, verschwörungsideologisches, an Phantasien sexueller Gewalt gegen Kinder und Frauen durch transgeschlechtliche Frauen klebendes Weltbild. Darüber hinaus rief sie zur Ermordung aller trans Frauen auf, verherrlichte das Lynchen von ihnen und benannte prominente Frauen namentlich als anvisierte Opfer.

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+++ Presserat missbilligt nach meinen Beschwerden drei Artikel des Nordkurier +++

Liebe Leute,
gegen fünf coronaleugnerische Artikel in der nordostdeutschen Tageszeitung Nordkurier hatte ich im Februar Beschwerde eingelegt. Der Presserat hat im Juni getagt und über die Beschwerden befunden. Er hat in drei von fünf Fällen eine sog. Missbilligung ausgesprochen.

Sechs Tote nach Corona-Impfung?!

Im Falle eines Artikels über sechs angebliche Tote nach einer Coronaimpfung, über den sich neben mir auch drei weitere Personen beschwert hatten, befand der Rat, er verstoße gegen die journalistische Sorgfalt nach Ziffer 2 des Pressekodex, sei geeignet, das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Presse zu beschädigen (Ziffer 1) und er sei geeignet, unbegründete Befürchtungen gegenüber der Corona-Impfung, gegenüber medizinischen Leistungen also (Ziffer 14), zu wecken. Der Titel des Machwerks: „SECHS TOTEImpf-Katastrophe in Berliner Pflegeheim?“ vom 17.02.2021

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