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Tolerante Boxer (nd)

SG Aufbau Eisenhüttenstadt wird für Integrationsleistungen ausgezeichnet

Als Khusein Kubeev das erste Mal in der Boxabteilung der SG Aufbau stand, hat er verschüchtert zu Boden gestarrt und sich nicht gerührt. Zu diesem Zeitpunkt hätte niemand gedacht, dass der tschetschenische Flüchtlingsjunge einige Monate darauf Deutscher Meister im Boxen wird. Eine Erfolgsgeschichte: in der Boxabteilung der SG Aufbau Eisenhüttenstadt trainieren und kämpfen Kinder und Jugendliche in ein und derselben Halle am alten Trockendock – ob Mädchen oder Jungs, Geflüchtete oder Einheimische.

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Aktivisten verlangen neue Ermittlungen (nd)

Von Polizisten erschossener Geflüchteter soll unbewaffnet gewesen sein

Der Flüchtlingsrat Berlin, die Beratungsstelle »Reach Out« und die Kampagne für die Opfer rassistischer Polizeigewalt haben am Montag die Einstellung der Ermittlungsverfahren gegen jene Polizisten kritisiert, die im vergangenen September den irakischen Geflüchteten Hussam Fadl mit drei Kugeln tödlich verletzt haben. Laut Darstellung der Polizisten hätten sie schießen müssen, um eine Messerattacke Fadls auf einen weiteren Mann zu unterbinden. Dieser hatte zuvor die minderjährige Tochter des Verstorbenen vergewaltigt. In den Medien war damals auf Grundlage der Polizeiinformationen von einem Racheakt des Irakers die Rede.

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Im Sozialamt diskriminiert (nd)

SPD lehnt Gesetzentwurf der Grünen zum Schutz vor Benachteiligung ab

Die SPD-Landtagsfraktion weist einen von den Grünen gemachten Vorschlag für ein Gesetz zurück, das den Diskriminierungsschutz auf staatliche Akteure ausweiten sollte. Das bedauert der Verein »Opferperspektive«, der eine Diskriminierungsberatung betreibt. Die Grünen sind enttäuscht. Ihr bereits im Sommer 2016 eingebrachter Gesetzentwurf habe unter Experten ein positives Echo hervorgerufen, sagen sie. Die SPD wiederum stützt sich auf die Kritik der Kommunen: Die hätten das Gesetz als »Bürokratiemonster« gefürchtet.

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Mehr Kommunikation statt mehr Qualifikation (nd)

Psychosoziale Regelversorgung oder Parallelstrukturen für Geflüchtete? Experten sind sich uneins

Eingliederung in die gesundheitliche Regelversorgung oder Aufrechterhaltung und Ausbau gewachsener Parallelstrukturen? Beim Gesundheitsforum am Mittwochabend, das die Landesgesundheitskonferenz regelmäßig organisiert, prallten gegensätzliche Vorstellungen aufeinander, wie Geflüchtete psychisch betreut werden sollen. Olaf Hardt, Arzt einer psychiatrischen Abteilung eines Vivantes-Klinikums, vertrat bei der Veranstaltung in der Urania den Standpunkt, Geflüchtete müssten in die Regelversorgung integriert werden. Er betonte, dass das Versorgungsnetz gut auf die sprachlichen und kulturellen Herausforderungen vorbereitet sei, auch wenn es weiterhin Verbesserungsbedarf vor allem bei den Sprachmittlern gebe.

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Verurteilung im »Fall Lisa« (nd)

21 Monate Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs

Der Prozess um den »Fall Lisa« hat am Donnerstag mit einer geringen Bewährungsstrafe von 21 Monaten ein rasches Ende gefunden. Vor Gericht gab der Angeklagte zu, mit dem Mädchen Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben. Der Fall hatte insbesondere unter Russlanddeutschen für Aufsehen gesorgt. Das Mädchen war wegen schulischer Probleme nicht nach Hause zurückgekehrt und hatte später eine Entführung und Vergewaltigung erfunden. Dass die Polizei dieser Aussage keinen Glauben schenken wollte, war in russischen Medien als politisch gewollte Vertuschung kommentiert worden. Bei den weiteren Ermittlungen stieß die Polizei auf ein Handyvideo, das den Missbrauch durch den nun verurteilten Täter zeigt.

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Anteil der migrantischen Azubis im Öffentlichen Dienst steigt (nd)

Neue Zahlen zur Quote in Ausbildung beim Land Berlin vorgestellt

28 Prozent – so hoch soll er sein, der Anteil an Migranten, die von Landesbetrieben und dem öffentlichen Dienst eine Ausbildung erhalten. Zusammen mit Elke Breitenbach (LINKE), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, sowie Andreas Germershausen, Beauftragter des Senats für Integration und Migration, wurden am Freitag aktuelle Zahlen vorgestellt. Ganz vorn mit dabei ist das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit 57,1 Prozent. Die Berliner Polizei zählt mit 32,1 Prozent einen guten Wert und der Krankenhausbetreiber Vivantes landet mit 48 Prozent weit vorn. Doch gleichzeitig haben sich die Quoten anderswo nach unten entwickelt. An der Humboldt-Universität sank sie von 14,8 auf mickrige 4,2 Prozent, die Berliner Verkehrsbetriebe dümpeln bei 16,2 Prozent. Damit sind genau 25,1 Prozent der Azubis im Einflussbereich des Landes Berlin Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind, oder mindestens ein Elternteil von ihnen.

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»Wie wir leben wollen« (nd)

Ausstellung im Notaufnahmelager Marienfelde verhandelt Flucht, Ankunft und Zusammenleben

Entlang der Beispiele einiger Berliner Familien und Einzelpersonen widmet sich eine neue Ausstellung der Aufnahmepraxis, dem begleitenden Diskurs, politischen Rahmenbedingungen und den Lebensumständen, die sich daraus für die Flüchtlinge ergeben. Dazu haben sich die Macherinnen der Schau für eine Bestandsaufnahme mit den Flüchtlingen aus dem Iran, Afghanistan, Syrien und Tschetschenien getroffen. Zum ersten Mal sah man sich 2012. Welche Hoffnungen haben sich inzwischen erfüllt, welche Schwierigkeiten waren zu meistern – und wo holpert es noch auf dem Weg in die deutsche Gesellschaft?

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Helfer_innen sollen Flüchtlinge nicht zu Karneval mitbringen (friedrichs wilhelm)

Polizei irritiert mit Rundschreiben an Flüchtlingsheime

Ein „massiertes Auftreten von Flüchtlingen und Asylbewerbern“ fürchtet man bei der Polizei NRW an Karneval. Darum forderte man Helfer_innen nun in einer Mail auf, nicht mit den Menschen aus den Heimen auf die Feste zu gehen.

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Flüchtlinge müssen an Karneval mit Kontrollen rechnen (nd)

Internes Schreiben des nordrhein-westfälischen Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste fordert, von organisierten Besuchen abzusehen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen sorgt mit einem Schreiben für Irritation, in dem sie Flüchtlingshelfer dazu auffordert, nicht mit Asylsuchenden an Karnevalsveranstaltungen teilzunehmen. Initiativen, gemeinsame Besuche zu organisieren, sollten gestoppt werden.